Lehmbackofen

... ich habe einen Lehmbackofen gebaut.

Die Idee kam zustande, weil wir Lehm übrig hatten vom Ausbau unseres Dachbodens. Die Dachschrägen haben wir dort mit Lehmbauplatten beplankt und mit Lehm verputzt.

  

WIR HABEN DIE ERSTEN PIZZA's, FLAMMENKUCHEN UND BORT GEBACKEN - ES SCHMECKT KLASSE :-).

Gut, daß meine Familie solche Dinge mitmacht. Ganz liegen Dank.

  

Als nächstes möchte ich ein Dach darüber zimmern, damit der Ofen dauerhaft trocken bleibt.

Das Flying Tent ist bereits 2 mal weggeflogen im Wintersturm ..., das nervt.

Nachdem Dach braucht es noch eine 2. Lehmkuppel darüber, damit die Wärme gespeichert wird. Sie wird aus einem Lehm-, Sand- und Sägemehlgemisch gemacht. Statt Sägemehl kann auch Stroh verwendet werden.

Es bleibt also spannend.

Unser erstes im Lehmofen gebackenes Brot. Eine wunderbare knackige Kruste ... ziemlich Stolz :-).

Neben Brot haben wir auch Flammenkuchen gebacken. Ich habe meinen Flammenkuchen mit frischem Bärlauch aus dem Wald belegt -.wunderbar.

Zurück zum Stolz: Worauf den bin ich Stolz? ... woher kommt diese Sache?
Lehmöfen gehen zurück auf viele Generation vor mir, das Know-How habe ich aus 2 Büchern. Das Rezept zum Brot aus dem Internet. Worauf also Stolz sein? Freuen tue ich mich über das handwerkliche und das gemeinsame Backerlebnis.

Ja, wahrscheinlich ist es besser den Stolz in Freude zu transformieren.

... ich bin etwas ungeduldig und habe ein erstes ganz kleines Feuer darin angezündet.

Ich habe  das Feuer ganz vorne entzündet unter dem Ofenmund, sobald ich das Holz etwas tiefer in den Ofen hinein geschoben habe, hat es stark geraucht und das Feuer ging aus. ... ich hoffe das wird bald anders, wenn die Kuppel vollständig getrocknet ist.

Ich habe 3 kleine Feuerungen gebraucht, bis der Ofen trocken war. Anfangs wurde das Feuer immer wieder "erdrückt" mit großer Rauchentwicklung und jetzt klappt es deutlich besser.

 

Immer wieder im Leben - Demut üben.

Nach 3  ... 4 Tagen haben sich kleine Risse in der Kuppel gebildet. Ich war etwas unsicher, ob der Lehm bereits fest genug ist um stehen zu bleiben, wenn ich den Sand entnehme.

Die Risse waren ein klares Zeichen, der Lehm schwindet, während der Sand stabil stehen  bleibt. Jetzt war es wirklich Zeit den Sand heraus zunehmen.  Vielleicht schon ein Tag zu spät.

Beim nächsten mal, würde ich die Innenform definitiv nur noch aus Sand herstellen und kein Holz oder anderen Gegenstände mehr einbauen. Es war mühselig den Sand um das Holz herum raus zu bekommen.

 

Den Ofenmund habe ich auf bitten meiner Tochter noch etwas geweitet - etwas mehr als 30 cm - damit eine große Pizza hinein passt. 

 

Vorne rechts ist ein Schamottstein ausgefallen - Zahnausfall am Ofen :-). 
Ich werde ihn wieder einsetzen - Kleinigkeit.

Der Ofenmund wurde "angezeichnet".

Aus dem Buch "Lehm-Backöfen: Selbst gebaut!" habe ich entnommen, daß die Höhe des Ofenmundes 63% von der Innenhöhe der Kuppel betragen soll, um das beste Ergebnis zu erzielen. Bei mir also ca. 25 cm (40 cm Hnnenhöhe der Kuppel). Als Breite habe ich 30 cm gewählt, ebenfalls eine Empfehlung aus dem Buch.

Die Lehmkuppel ist fertig.

Es ging sehr gut, allerdings haben wir 2 Anläufe benötigt, am Anfang war das Material zu weich.

Beim 2. mal ging es dann um so besser.

Jetzt heißt es Abwarten und Tee trinken, bis die Kuppel getrocknet ist.

Lehmbackofen, Lehmkuppel, Teamwork
Die Lehmkuppel zur Speicherung der Wärme entsteht.

Die Lehmkuppel entsteht, dank fleißiger Helfer. Den Sand haben wir mit Zeitungen abgedeckt, damit keine Verbindung zwischen dem Sand und dem Lehm entsteht.

Diese erste Lehmkuppel dient später zur Speicherung der Wärme. Die innere Kuppel wird ca. 7 ... 8 cm dick.

Beim Lehm handelt es sich um ein Lehm-/Sandgemisch. Auch hier habe ich Brechsand verwendet, damit die Sache besser zusammenhält.

Es war etwas kühl, im Frühjahr oder Sommer, wäre es sicher angenehmer gewesen. Meine Mitarbeiter mussten mich aushalten ... .

Die Innenform ist fertiggestellt, aus Brechsand und Holz. Der Brechsand hält perfekt und bleibt sehr gut formbeständig. Wir haben 2 Schubkarren voll Sand benötigt, ohne Holz wären 3 erforderlich gewesen.

 

Wir haben eine sehr steile Wand geformt, damit später mehr Platz im Innenraum zur Verfügung steht.

Lehmbackofen, Sandform
Die Form für die Speicherkuppel ist schon fast fertig.

Die Sandform ist bereits fast, dank wunderbarer Hilfe von Laura.

Wir hatten Glück und es hat zuvor auf den Sand geregnet, daher hatte er gerade die richtige Konsistenz.

Lehmbackofen, Sandform
Sandform für die Kuppel

Als Abstützung für die Speicherkuppel aus Lehm machen wir eine Form aus Sand. Weil ich befürchte zu wenig Sand zu haben, füllen wir die Form auch mit Holzstücken. Das mit dem Holz würde ich nicht mehr machen, da es aufwendig ist, es später wieder heraus zu bekommen.

Als Sand habe ich Brechsand (gebrochener Sand) verwendet. Dieser hält sehr gut zusammen beim formen.

In der Mitte steht ein kleines Holzstück oben auf, dies gibt die Innenhöhe von 40cm an.

Lehmbackofen, Schamottsteine, Backfläche
Backfläche mit Schamottsteinen gemauert

Wieder ein Schritt weiter, die Backfläche ist mit Schamottsteinen gemauert. Ich habe eine sehr ebene Fläche aus Lehm auf die gefüllten Hohlblocksteine aufgetragen. Dies ist notwendig, damit die Schamottsteine plan liegen. Dies ist wichtig, damit später die Backwaren gut eingebracht werden können und der Brotschieber gut "läuft".

Vorne habe ich vier Steine etwas überstehen lassen, damit ich später den Ascheeimer darunter hängen kann, wenn wir die Asche aus dem Ofen kratzen.

Lehmbackofen Ofentisch verblendet Füllung mit Bimsgranulat
Ofentisch, ausgefugt und mit Bimsgranulat verfüllt

Die Hohlblocksteine sind mit Sandsteinen verblendet und mit Bimsgranulat zur besseren Isolierung verfüllt. Ich finde Laura hat ganz wunderbar ausgefugt.

Vorne rechts habe ich einen großen Sandstein versetzt als Ablage bzw. zum sitzen, wenn wir später auf die Pizza warten dürfen. Auf badisch "a Fühlenzerstein".

Lehmbackhofen Ofentisch untere Isolierung aus Hohlblocksteinen Sandsteintisch
Ofentisch mit unterer Isolierschicht aus Hohlblocksteinen

Damit die Wärme im Ofen bleibt, benötigt es eine Isolierung. Nach unten hin zum Ofentisch habe ich mich für Hohlblocksteine aus Ton entschieden. Damit die Sache von den Kosten übersichtlich bleibt, habe ich bei meinem Baustoffhändler nach Bruchsteinen gefragt und etliche erhalten. Da ich einen oval-förmigen Ofen bauen möchte, habe ich eh einige Steine in Form bringen müssen.

Auf der linken Seite kannst du bereits den Beginn der Verblendung der Hohlblocksteine mit Sandstein sehen.

Lehmbackofen Unterbau Fundament Sandsteintisch Ofentisch
Tisch auf Flächenfundament

Ich habe mich für ein Flächenfundament entschieden, da unter dem Ofen Leitungen von der Lüftung verlegt sind. Das Flächenfundament ist ca. 12 cm dick und mit einer Baustahlmatte und diagonal angeordnetem Baustahl ammiert. Die vier Sandsteinsäulen sind mit einer Teerbahn vom Fundament getrennt. Damit es ordentlich aussieht, ist das Fundament ca. 8cm tiefer als die Rasenfläche. Der Zwischenraum zwischen den Säulen habe ich mit flachen Sandsteinplatten ausgelegt, die in Mörtel liegen und ausgefugt wurden.

Auf der Bauschuttdeponie habe ich 2 Sandsteinplatten gefunden, die hier für den Tisch zum Einsatz kommen.

Zum mauern der Sandsteine habe ich Trassmörtel verwendet, damit die Sandsteine bleiben wie sie sind und weniger ausblühen.